Bayerische „Passt scho“ Mentalität vs. preußische Härte

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Flughafen Berlin
Ankunftshalle & Gepäckband - Flughafen Berlin

Wir Bayern sind wie die Gallier aus den Asterix & Obelix Heften, wir sind sozusagen Touristen im eigenen Land! Deshalb sind uns manche deutsche oder besser gesagt „preußische“ Gepflogenheiten einfach fremd. Kulturschock Deutschland! Ich möchte euch deshalb eine nette kleine Geschichte erzählen, die sich am Berliner Flughafen ereignet hat und die preußisch – bayerischen Mentalitätsunterschiede aufzeigt.

Ich wurde eingeladen, das Wochenende gemeinsam mit Kollegen in Berlin zu verbringen. Wie es der Zufall will und die Welt ist nun manchmal wirklich klein, habe ich im Flieger eine sehr nette Frau getroffen und es stellte sich heraus, dass wir eine gemeinsame Freundin haben. Wir waren also nach der Landung in Berlin so in ein Gespräch vertieft, dass wir gar nicht merkten, dass wir schon ein paar Meter am Gepäckband vorbeigelaufen waren und geradewegs auf den Ausgang zusteuerten. Wir bleiben also stehen, rufen kurz aus „Ohhh unser Gepäck!“ und möchten gerade wieder umdrehen, um die 5 Meter zurück zu gehen. Doch sogleich wirft sich uns ein Mitarbeiter des Flughafens mit ausgestreckter Hand entgegen und meint, dass wir nun nicht mehr zurück dürften, da wir die rote Linie überschritten hätten! Wir kucken uns beide fassungslos an. Welche rote Linie? Und warum dürfen wir nun nicht mehr zurück? Wir haben weder den Raum verlassen, noch irgendwelche Schranken oder Türen durchschritten! Wir blicken geschockt auf das Gepäckband welches nur wenige Schritte hinter uns liegt. Ich ärgere mich, dass ich keine Arme à la Inspektor Gadget habe, die ich nun ausfahren könnte! Dann kommt mir spontan der Gedanke, dass ich einen kleinen flinken Sprint wagen könnte! Lasse es aber dann doch, denn schließlich sieht der gute Herr nicht danach aus, als ob er solche Experimente gut heißen würde! Nicht dass er mich wie einen Sumo-Ringer niederringt und ich auch noch in einem Berliner Gefängnis lande!!

Zentrale Gepäckausgabe
Zentrale Gepäckausgabe - warten, langweilen, Füße ausstrecken

Also versuchen wir es auf die nette Art und erklären dem Mitarbeiter, dass wir gerade gelandet sind und vor lauter reden unser Gepäck vergessen haben und ein paar Schritte zu weit gegangen sind. Doch das alles scheint ihn nicht zu interessieren, mit neutraler Gelassenheit sagt er, dass er uns schon gesehen hätte, aber Vorschrift wäre eben nun mal Vorschrift und wir müssten uns nun an die Lost and Found Ausgabe des Flughafens wenden! Wir starten noch einen letzten Bettelversuch, ob er uns nicht schnell unser Gepäck bringen kann? Aber Nein dafür ist er nicht zuständig! Betröppelt und fassungslos schleichen wir nun also zur zentralen Gepäckausgabe, wo man uns mitteilt, dass wir hier nun ca. 1,5 Stunden auf unser Gepäck warten müssten, während dieses auf dem Fließband seine einsamen Runden dreht. Meine Gedanken schweifen kurz ab und ich überlege ob dies nicht vielleicht eine bayerisch-göttliche Strafe ist! Denn schließlich hat sich das Schäfchen aus der Herde entfernt, um in Berlin in einen Biergarten zu gehen! Was für ein bayerischer Sittenbruch! Während wir also so warten, kommen mir die Unterschiede zwischen bayerischer und preußischer Korrektheit. Es ist nicht so, dass wir in Bayern keine Regeln haben, die haben wir durchaus und respektieren diese auch. Aber bei uns kommt einfach noch diese warmherzige „Passt scho“ Mentalität hinzu, die es uns erlaubt, in manchen Situationen eine Anpassung der Vorschriften durch menschliche Wärme vorzunehmen. Also solltet ihr mal in Bayern in einer Misere sein und jemand hilft euch und sagt „Passt scho!“, dann wisst ihr, dass ihr gerade bayerische Gnade erfahren habt!

P.S. Auf dem Rückflug denke ich mir, als die Bordansagen ertönen, eigentlich wäre die Lösung des Problems ganz einfach gewesen "...and to all Bavarian Quadratratschn, please do not step over the red line! Thank you for flying with us and have a nice stay in Berlin."

KOMMENTARE:

Sog wos! Mia gfrein uns üba jeden netten Kommentar!