Der Tod eines Märchenkönigs - Auf den Spuren von König Ludwig II

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Gedenkkreuz König Ludwig II
Gedenkkreuz König Ludwig im Starnberger See

Der Tod eines Königs kann etwas faszinierendes sein, denn die wenigsten sterben altersschwach und friedlich schlummernd im eigenen Bett. Viele Könige sind gewaltsam durch fremde Hand gestorben, das ist sozusagen Berufsrisiko. Doch in den meisten Fällen wurde der Mord relativ zeitnah aufgeklärt und die Mörder zum Tode verurteilt. Nicht so bei König Ludwig II. Auch nach 128 Jahren sind die Umstände seines Todes äußerst mysteriös. Es ist bis heute nicht geklärt was in jener Nacht des 13. Juni 1886 wirklich geschah. Der König wollte mit seinem Leibarzt Dr. Gudden noch einen kleinen abendlichen Spaziergang im Schlosspark am Ufer des Starnberger Sees machen. Als die beiden Männer wie vereinbart, um 20 Uhr nicht zurück waren, wurde zunächst vermutet sie hätten irgendwo Unterschlupf gesucht um sich vor dem mittlerweile eingesetzten Regen zu schützen. Als die ausgesandten Gendarmen niemanden fanden, wurden schließlich alle verfügbaren Männer mit Fackeln und Lampen auf die Suche geschickt. Gegen 22 Uhr entdeckte man dann den Über- und Leibrock des Königs im Wasser. Eine halbe Stunde später fand man die leblosen Körper des Königs und seines Arztes im seichten Wasser treiben, nur maximal 25 Schritte vom Ufer entfernt. Die offizielle Darstellung des Geschehens sprach von einem Selbstmord des Königs, welcher emotional als labil galt und unter starken Stimmungsschwankungen litt. Es wurde vermutet dass Dr. Gudden bei dem Versuch den König vor dem Selbstmord zu bewahren ebenfalls ums Leben kam und ertrank oder gar von diesem ermordet wurde um ihn nicht an seiner Tat zu hindern. Jedoch ist die Uhr des Königs durch das Eindringen des Wassers um 18.54 Uhr stehen geblieben, die seines Arztes erst um 20.10 Uhr. Diese und viele weitere ungeklärte Fragen führten schnell dazu dass die Version des Selbstmordes bald bezweifelt wurde. Seither ranken sich viele Theorien und Gerüchte um jene verhängnisvolle Nacht. Die Guglmänner, eine Gruppe königstreuer Anhänger haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die wahren Ursachen hinter dem Tod von König Ludwig II auch nach all den Jahren aufzuklären. Auch heute noch versuchen sie Nachfahren ehemaliger Zeugen zu finden, welche Antworten auf die nach wie vor ungeklärten Fragen geben können. Haben sich viele Zeugen der damaligen Zeit aufgrund der dubiosen Todesumstände nicht getraut das Wort zu ergreifen oder sind unmittelbar nach den Ereignissen gestorben, ins Irrenhaus oder nach Amerika verfrachtet worden. Für uns Bayern ist sowieso klar dass es Königsmord war, aber es geht auch um den Beweis und die entgültige Klärung der Umstände. Seit vielen Jahren versuchen die Guglmänner erfolglos eine Öffnung des Sarges und Untersuchung der Leiche zu erreichen um ihre Theorie zu bestätigen dass der König auf der Flucht erschossen wurde. Doch vor was sollte er fliehen? Das ist eine andere Geschichte, die wir euch auch noch erzählen werden...

Historischer Ausflugstipp: Besuch der Todesstelle mit Gedenkkreuz und Votivkapelle


An der Stelle im Starnberger See wo der tote König gefunden wurde, steht heute ein hölzernes Kreuz mit der Inschrift „Ludwig II König von Bayern“. Am Berghang überhalb des Kreuzes erinnert die Votivkapelle, dessen Bau 10 Jahre nach jener tragischen Nacht in Auftrag gegeben wurde an jenen verhängnisvollen Abend.

Auch heute noch kann man den kleinen Schlosspark am Starnberger See besuchen. Als Parkmöglichkeit bietet sich ein kleiner Parkplatz auf Höhe der Waldstraße 3 in 82335 Berg an oder auf der anderen Seite im Ortsteil Leoni am Ende des Parkweges.

Als Einkehrmöglichkeit gibt es z.B. das Seerestaurant Leoni.



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