Leonhardiritt | Heiliger Leonhard, Pferdeprozession

Der heilige Leonhard | Schutzpatron des Viehs... zumindest in Bayern!!

             Share on Tumblr
Heiliger Leonhard
Heiliger Leonhard mit Ketten

In unserer gut zweitausend Jahre alten Kirchengeschichte gibt es viele Heilige. All diese frommen Menschen wirkten zu Lebzeiten in unterschiedlicher Weise. Dadurch wurde jedem ein spezieller Wirkungsbereich nachgesagt. Die Symbolik, mit derer der Heilige dargestellt wird, erinnert daran. Immer wieder begegnet man in Bayern spannenden Geschichten, welche von wundersamen Heilungen oder Rettungen in letzter Not berichten, nachdem ein Heiliger angerufen wurde. Aber es muss nicht immer um Leben und Tod gehen. Die Heiligen helfen auch gerne bei den kleinen alltäglichen Dingen. So gibt es z.B. den heiligen Antonius, welcher bei akuter „Gschlampertheit“ hilft und verlorene Dinge wieder zurück bringt. Oder die heilige Katharina, welcher nachgesagt wird, dass sie bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten hilft. Sie ist sozusagen unsere wichtigste Verbündete während der Starkbierzeit! Ihr seht schon, jeder hat sozusagen sein eigenes Aufgabengebiet und wird dringend benötigt! Manchmal fällt es uns gar nicht so leicht da noch den Überblick zu behalten. So kann es durchaus vorkommen, dass wenn man einen Gärtner braucht, aus Versehen der Klemptner kommt. So etwas in der Art ist uns mit dem heiligen Leonhard passiert. Der heilige Leonhard wurde dadurch berühmt, dass er armen Gefangenen die Ketten sprengte und sie so von ihrem Leid entband.

Pferden reiten vor der Kirche

Wir Bayern hatten zu dieser Zeit noch niemanden der sich wirklich um unsere Pferde und unser Vieh kümmerte. Also haben wir mehr oder weniger „aus Versehen“ die Ketten des heiligen Leonhard, als Viehketten gedeutet und ihm sozusagen eine neue Jobdescription verpasst. Ich gebe zu, so ganz glücklich ist das nicht gelaufen. Aber ich muss sagen, er macht seither seine Arbeit hervorragend! Man muss sich nur mal umsehen, lauter glückliche Kühe, Rinder und Pferde auf den Weiden! Also was will man mehr? In gewisser Weise ist das Ganze auch nicht so abwegig. So ist er im metaphorischem Sinne eben nun der Schutzpatron von all jenen, die in Ketten liegen, egal ob Mensch oder Tier. Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und ihn bitten, die symbolischen Ketten zu sprengen, welche uns an überholte Muster und Umstände binden, die unser göttliches Licht klein halten. All das zu sprengen was uns nicht mehr gut tut, sei es ein falscher Beruf, falsche Freunde oder eine falsche Lebenseinstellung. Ihr seht also, wir Bayern sind wahre Philosophen, von dem her war das gar kein Irrtum!! Ich muss auch sagen, dass ich immer wieder positiv berührt bin, wenn ich zu Veranstaltungen komme, wo Tiere anwesend sind. Sei es ein Ochsenrennen oder ein Pferderitt. Wie liebevoll die Besitzer mit ihren Tieren umgehen! Eine kleine Berührung, eine Streicheleinheit oder einfach nur ein Gespür dafür, was das Tier gerade benötigt. Wenn ich da an Länder denke, die noch nicht mal ihre Haustiere gut behandeln, macht mich das sehr stolz. So ist das Anrufen des heiligen Leonhard zum Schutz der Tiere auch eine Herzensangelegenheit. Die Leonhardiprozession ist somit eigentlich viel mehr, sie ist ein Fest der Verbundenheit mit Land und Tier. Die Prozessionen finden vielerorts um den 6. November statt, dem Gedenktag des heiligen Leonhard.

Pferde und Männer mit Flagge geschmückte Pferde

Impressionen vom Leonhardiritt in Unterammergau:


KOMMENTARE:

Sog wos! Mia gfrein uns üba jeden netten Kommentar!