Bayerische Volksmusik | drumherum regen, veranstaltung, event, Regen im bayerischen Wald

Die Biennale der Volksmusik – das „drumherum“ in Regen

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Bayerische Volksmusik auf dem drumherum in Regen.
Musikanten auf dem drumherum. Foto: R. Pongratz

Ganz und gar nicht falsch gewählt ist der Titel der Veranstaltung „drumherum“ in Regen im Bayerischen Wald – der Hinweis auf das „Volksmusikspektakel“ trifft es völlig. Für jemanden, der noch nie dort war, klingt es fast unglaublich, wie sich eine doch verhältnismäßig beschauliche, kleine Kreisstadt in ein Meer aus Musik und Musikanten verwandelt, und das alles, ohne jeglichen Kommerz, ohne Gagenverhandlungen und Eintrittspreise. Schlange stehen kann einem schon einmal passieren – denn die einzelnen Veranstaltungen, die sich aber eher unauffällig in das Große und Ganze einreihen, sind gut besucht.

Sich frühzeitig um eine Übernachtungsmöglichkeit zu kümmern, ist sinnvoll – denn das mittlerweile zum zehnten Mal stattfindende „Event“ der Volksmusik erfreut sich höchster Beliebtheit bei Musikfans aus Nah und Fern. Selbst, wer nur einen kürzeren Anreiseweg hat (aus München etwa 90 Minuten Fahrt), wird es bereuen, nur einen winzigen Ausschnitt des irrsinnig vielfältigen und interessanten Angebotes der Darbietungen, Zusatzangebote und zufälligen, teils exzessiven und bis in frühen Morgenstunden andauernden Treffen von Kapellen, einzelnen Musikern und Musikbegeisterten mit und ohne Mitmach-Ambitionen. Nicht selten hat ein Besucher seine „Klampfn“ oder „Quetschn“ und jede Menge bayerisches Liedgut im Kofferraum und gesellt sich, mitgerissen von bester Stimmung und klasse Musik einfach zu den Musizierenden. Dass hier zünftig im knackigen Dirndl oder im Plattler aufgspuid wird, versteht sich von selbst. Wer sich fürs drumherum passend einkleiden muss, kann dies bei der Wirkes Dirndl Trachten & Ledermoden GmbH einfach und schnell online erledigen oder in eins der vielen Fachgeschäfte direkt in der Nähe gehen.

Wo findet das „drumherum“ statt?

Nun, auf diese Frage kann man eigentlich keine Antwort geben. Die angemeldeten Musikanten finden sich in der ganzen Stadt Regen, wie auf dem Bild zu sehen beispielsweise am Stadtplatz, ein; selbstverständlich ist aber auch im Kurpark und in sämtlichen Nischen, (wetterabhängig) auch auf Grünflächen und selbstverständlich in allen möglichen Wirtshäusern in Stadtplatznähe und – „drumherum“ etwas geboten.

Ein Spektakel für Jung & Alt, das drumherum Musikfestival in Regen.

Zwanglos wird „aufgspuid“, dass sich die Bierbänke biegen – gebannt verfolgt vom Publikum. Dieses Auditorium findet sich durchweg zufällig vor Ort ein. Manchmal gehen die Passanten vorbei und lauschen den Weisen zwischen „Zwiefach“ und „Boarisch“, zwischen Menuett und Heimatgesang nur solange die Akustik reicht. Ein anderes Mal findet sich eben die Szene dieses Bildes wieder ein – interessiertes Verfolgen der Musik, ein Grund, den Standort der Kapelle für den nächsten oder übernächsten Tag noch einmal aus dem eigens hergestellten Programm herauszusuchen.

Für die Organisatoren des Spektakels, das drumherum-Team rund um Roland Pongratz und den Verein der Katholischen Erwachsenenbildung im Lkr. Regen e.V., beginnt die Arbeit schon lange im Vorfeld des alle zwei Jahre stattfindenden Ereignisses: Bühnen werden geplant und aufgebaut, die Anmeldungen von weit über 3000 Musikern werden angenommen und verwaltet und das betrifft jetzt nur das „Main-Event“ – „drumherum“ gibt es Work-Shops, eine Volksmusikmesse, einen Kunsthandwerk Markt und sogar Gottesdienste mit Volksmusik-Gestaltung, eine Instrumenten-Versteigerung und vieles mehr.


Musik zum tanzen auf dem drumherum Volksmusikfestival in Regen.

Das drumherum als riesiges Musikantentreffen hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad – wohl gerade, weil alles „kann“, aber nichts „muss“. Der Bummel durch die kulturgeladene Stimmung der Stadt, in der alle gschmeidig in Tracht unterwegs sind, oder das gezielte Besuchen von Konzerten vorher ausgewählter Kapellen oder Musikanten: Nirgendwo sonst findet man höchstwertige Blasmusik gleich neben einem genialen Viergesang, eine original bayerische Tanzlmusi gleich neben einem Streichquartett und dazwischen Solisten an Harfe, Steirischer und so fort. Der Zuschauer kommt aus dem Staunen und Genießen nicht mehr heraus – und lässt sich vom Tanzen, Mitsingen und Klatschen anstecken.

Das drumherum gibt es immer zu Pfingsten – alle zwei Jahre. Das nächste Spektakel gibt es also im Jahr 2018 – und nach dem drumherum ist vor dem drumherum: Die ersten Anmeldungen für „in zwoa Johr“ werden sicher auch dieses Mal schon während des Singens und Musizierens vorgenommen.

Alle Infos rund um das drumherum gibt es auf der Homepage: www.drumherum.com. Hier findet man Details zur Anreise, zu Übernachtungsmöglichkeiten und zu den angemeldeten Musikern, Eindrücke der letzten Jahre und vieles mehr. Die drumherum-App hilft beim konkreten Planen der Tage von Donnerstag bis Montag.

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