Kloster Wessobrunn - Tassilolinde - Wessobrunner Gebet

Das Kloster Wessobrunn und die Tassilolinde

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Tassilolinde beim Kloster Wessobrunn
Die über 1000 Jahre alte Tassilolinde

Die Gründung des Klosters Wessobrunn ist laut Legende auf einen Baum zurückzuführen! Im Jahre 753 verbrachte der bairische Herzog Tassilo III, erschöpft von der Jagd, eine Nacht unter einer großen Linde. Hier träumte er von drei Quellen die kreuzförmig zusammenflossen. Eine Leiter führte vom Himmel herab, auf welcher Engel wanderten und aus der Quelle schöpften. Am oberen Ende stand eine Gestalt, die er als Petrus identifizierte. Am nächsten Morgen beauftragte Tassilo seine Jagdgefährten Wezzo und Tharingari nach den drei Quellen zu suchen! Es dauerte nicht lange, da wurde Wezzo fündig! Nur unweit der Linde, unter welcher der Herzog geschlafen hatte, fand er die Quellen. Für Tassilo war dies ein göttliches Zeichen, hier ein Kloster errichten zu lassen! Das Monasterium Wessofontanum wurde erbaut und nach dem einztigen Jagdgefährten benannt. Leider musste das spirituelle Leben, welches über tausend Jahre gewachsen war, im Jahre 1803 im Zuge der Säkularisierung dem Kommerz weichen. Seit dem ging es mit dem Kloster bergab. Wechselnde Besitzer und mangelnder wirtschaftlicher Erfolg waren die Auswirkungen der staatlichen Plünderung. Ab 1903 haben die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing das monastische Leben wieder aufgenommen. Allerdings kostet die Erhaltung, eines so alten Gebäudes, viel Geld und es wurde wieder an privat verkauft. Seit dem Jahr 2014 ist eine Naturkosmetikfirma mit ihrer Produktion dort untergebracht, welche den ursprünglichen Gedanken, eines Lebens und Arbeitens im Einklang mit der Natur, fortführen möchte. Der Klostergarten soll wieder für den ökologischen Anbau von traditionellen Heilpflanzen genutzt werden, welche dann in der Naturkosmetik verarbeitet werden. Ob und in wie weit das Innere des Kloster besichtigt werden kann, ist nicht ganz klar. Für die Zukunft sieht das Nutzungskonzept, der neuen Besitzerin, ein Day-SPA mit dem Inhalt „Happy Aging“ und Räumlichkeiten für Tagungen vor.

Brunnenhaus Kloster Wessobrunn
Das Brunnenhaus mit den drei Quellen

Trotz Privatbesitz lohnt sich der Besuch auf alle Fälle. Allein der schöne Spaziergang, durch den Klostergarten, vorbei an dem Historischen Brunnenhaus zur über 1000 Jahre alten Tassilolinde ist einfach magisch! An der Straße vor dem Kloster befindet sich auf einer kleinen Grünfläche eine Steintafel, welche das Wessobrunner Gebet abbildet. Dieses wurde im Kloster gefunden und machte es dadurch berühmt. Das Wessobrunner Gebet ist das älteste erhaltene Dokument in althochdeutscher Sprache und war extra für die Heidenbekehrung angefertigt worden! Es wurde entsprechend seiner Zielgruppe in Stabreimen verfasst. Der Aufbau des Textes ist äußerst mystisch, transportiert aber christliches Gedankengut. Wären die Mönche bei ihren Bekehrungsversuchen, mit dem aus tiefen Wunden blutenden Gekreuzigten gekommen, hätten die Germanen ihnen wahrscheinlich schnell den Vogel gezeigt! Also beschränkten sie sich mehr auf den glorreichen Aspekt Gottes. Und es scheint ja funktioniert zu haben! Wir sind hier alle brav katholisch!

Steintafel mit Wessobrunner Gebet Die drei alten Linden von Wessobrunn
Das in Stein gemeißelte Wessobrunner Gebet und drei alten Linden auf dem Lindenfleck vor dem Kloster Wessobrunn

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